Grabarten

Welche Form der Bestattung? Was gibt es überhaupt an Möglichkeiten? So vielfältig die Menschen und ihre Kulturen sind, so vielfältig sind auch Umgangsweisen mit dem Sterben und dem Tod, etwa ihre Bestattungsrituale.

Die Bestattungskultur in Deutschland kennt grundsätzlich zwei Formen: erstens die Erdbestattung, also das Begräbnis des Leichnams im Erdboden, und zweitens die Feuerbestattung: die Einäscherung des Leichnams im Krematorium mit anschließender Urnenbeisetzung.

Die Verstorbenen werden im Krematorium Bielefeld auf dem Sennefriedhof eingeäschert. Hier ist es möglich, die Einäscherung innerhalb kurzer Zeit durchführen zu lassen, sodass eine zeitnahe Beisetzung geplant werden kann. Das Krematorium hat ein Video zur Verfügung gestellt, dass Ihnen nähere Informationen gibt.

Wahlgräber (für Erd- und Feuerbestattungen möglich)
  • Ruhezeiten für Erdbestattungen: 30 Jahre; Sennefriedhof 20 Jahre.
  • Ruhezeiten für Urnenbestattungen: 25 Jahre Friedhof Bielefeld-Heepen; 20 Jahre auf Stadtfriedhöfen in Bielefeld.
  • Größe und Lage eines Erdbestattungsgrabes sind frei wählbar.
  • Auf einem Erdbestattungsgrab können, je nach Friedhof, zusätzlich 1–6 Urnen beigesetzt werden.
  • Der Erwerb ist im Vorfeld einer Bestattung möglich.
  • Bei einer Wiederbelegung muss die Nutzungszeit für die gesamte Grabstelle wieder auf die Dauer der Ruhefrist verlängert werden.
  • Je nach Friedhofssatzung dürfen bei einem Urnengrab pro Grabstelle 2–4 Urnen beigesetzt werden.
  • Die Grabpflege liegt für die Dauer der Nutzungszeit in der Verantwortung des Nutzungsberechtigten (Grabpflege entfällt auf dem Alten Friedhof am Jahnplatz).
  • Das Nutzungsrecht der Grabstelle kann beliebig verlängert werden, sofern der Friedhof keine Einwände hat, z.B. im Zuge der Neugestaltung von Grabfeldern.
Reihengräber (für Erd- und Feuerbestattungen möglich)
  • Die Ruhezeiten entsprechen denen der Wahlgräber.
  • Die Beisetzung erfolgt in Gräberreihen, die von der Verwaltung festgelegt werden.
  • Die Bestattungen werden in Einzelgräbern in zeitlicher Reihenfolge durchgeführt.
  • Eine spätere Wiederbelegung ist nicht möglich.
  • Nach Ablauf der Ruhezeit geht das Nutzungsrecht an den Friedhofsträger über.
  • Ein Vorerwerb oder eine Verlängerung der Nutzungszeit sind nicht möglich.
  • Der Nutzungsberechtigte ist für die Dauer der Nutzungszeit für die Grabpflege verantwortlich.
  • Es ist nicht möglich, bei Erdbestattungsgräbern weitere Urnen beizusetzen.
Reihengemeinschaftsgrab (für Erd- und Feuerbestattungen auf den meisten Bielefelder Friedhöfen möglich)
  • Die Ruhezeiten entsprechen denen der Wahlgräber.
  • Die Rasengräber haben den Status eines Reihengrabes.
  • Die Beisetzung erfolgt in einer vom Friedhofsträger ausgewiesenen Fläche.
  • Die Rasenpflege obliegt der Friedhofsverwaltung.
  • Ein Vorerwerb oder eine Verlängerung der Grabstelle ist nicht möglich.
  • Die Grabstellen können mit einer Namensplatte versehen werden.
  • Das Ablegen von Blumen ist nur an den dafür ausgewiesenen Flächen gestattet.
  • Auf dem Heeper Friedhof sind die Kosten für die Namensplatten in der Gesamtsumme enthalten. Die Platten werden einheitlich gestaltet. Die städtischen Friedhöfe bieten die Möglichkeit der individuellen Gestaltung.
  • Nach Ablauf der Ruhezeit geht das Nutzungsrecht an den Friedhofsträger über.
Wahlgemeinschaftsgrab (für Erd- und Feuerbestattungen auf dem Heeper Friedhof und anderen städtischen Friedhöfen in Bielefeld möglich)
  • Die Ruhezeiten entsprechen denen der Wahlgräber.
  • Der Erwerb von Einzel- oder Doppelgräbern ist möglich.
  • Die Beisetzung erfolgt in einer vom Friedhofsträger ausgewiesenen Fläche.
  • Die Beisetzungen werden der Reihe nach auf einem dafür vorgesehenen Bereich durchgeführt.
  • Die Grabpflege obliegt der Friedhofsverwaltung.
  • Ein Vorerwerb der Grabstelle ist nicht möglich.
  • Auf dem Alten Friedhof kann man sich auf ausgewiesenen Feldern ein Grab aussuchen.
  • Die Grabstellen werden mit einer Namensplatte versehen.
  • Auf dem Heeper Friedhof sind die Kosten für die Namensplatten in der Gesamtsumme enthalten. Die Platten werden einheitlich gestaltet. Die städtischen Friedhöfe in Bielefeld bieten die Möglichkeit der individuellen Gestaltung.
Anonymes Gräberfeld (für Erd- und Feuerbestattungen auf dem Alten Friedhof, Sennefriedhof und Waldfriedhof Bielefeld-Sennestadt möglich)
  • Die Bestattung erfolgt in einem nicht gekennzeichneten Gräberfeld.
  • Die Lage des Sarges / der Urne ist nur der Verwaltung bekannt.
  • Den Angehörigen ist es nicht gestattet, an der Beisetzung teilzunehmen.
  • Das Nutzungsrecht und die Grabpflege verbleiben bei dem Friedhofsträger.
  • Nach Ablauf der Ruhezeit wird die Rasenfläche erneut für Beisetzungen genutzt.
  • Ein Vorerwerb ist nicht möglich.
  • Auf dem Alten Friedhof besteht die Möglichkeit, eine Namensplatte an der Gedenksäule anzubringen.
Urnenstelen (für Urnenbestattungen auf dem Friedhof Altenhagen, Sieker, Sudbrack, Brake und Sennefriedhof möglich)
  • Eine Stele besteht aus übereinander liegenden Kammern, die je 2 Urnen aufnehmen können.
  • Die Stelen haben den Status eines Wahlgrabes.
  • Die Beschriftung der Platte kann individuell gestaltet werden.
  • Grabpflege fällt nicht an, der Bereich um die Urnen wird von den Friedhofsgärtnern gepflegt. Das Ablegen von Blumenschmuck ist möglich.
Kolumbarium (nur für Urnenbestattungen auf dem Alten Friedhof am Jahnplatz möglich)
  • In der Urnenwand befinden sich Kammern, in denen 1 - 4 Urnen beigesetzt werden können.
  • Innerhalb der Kapelle befinden sich weitere Urnenwände, die nur befugten Personen zugänglich sind.
  • Das Kolumbarium hat den Status eines Wahlgrabes.
  • Die Kosten sind je nach Größe und Lage der Kammer unterschiedlich.
  • Die Beschriftung der Platte kann individuell gestaltet werden.
  • Grabpflege fällt nicht an, das Ablegen von Blumenschmuck ist möglich.
Baumbestattung (für Urnenbestattungen auf den Bielefelder Friedhöfen Heepen, Ubbedissen, Nicolai- und Sennefriedhof möglich)
  • Heeper Friedhof:
    • Der Erwerb eines Einzel- oder Doppelgrabes ist möglich.
    • Unterschiedliche Laubbäume stehen zur Wahl.
    • Der Name wird in eine Stele eingraviert.
    • Grabpflege fällt nicht an, das Ablegen von Blumen ist an der dafür ausgewiesenen Stelle möglich.
  • Städtische Friedhöfe:
    • Es können bis zu 2 Urnen beigesetzt werden.
    • Die Grabstätte kann schon zu Lebzeiten erworben werden.
    • Auf die Grabstelle kann eine Gedenktafel mit den Daten der Verstorbenen gelegt werden.
    • Grabpflege fällt nicht an, das Ablegen von Blumen ist an der dafür ausgewiesenen Stelle möglich.
  • Ein Vorerwerb der Grabstelle ist nicht möglich.
Aschestreufeld / Urnenhain (nur auf dem Sennefriedhof möglich)
  • Die Asche wird auf einer mit einer Hecke eingefriedeten Fläche verstreut.
Tiefengrabstätte (nur für Erdbestattungen auf dem Alten Friedhof am Jahnplatz möglich)
  • Eine Tiefengrabstätte hat den Status einer Wahlgrabstätte.
  • Zwei Särge werden in einer Grabstelle übereinander beigesetzt.
  • Es ist der Erwerb von nur einer Grabstelle notwendig.
  • Bei der ersten (tiefen) Beisetzung ist ein Zuschlag für Tiefenbestattung zu entrichten.
  • Es fällt keine Grabpflege an.
Friedwald, Ruheforst, Bestattungswald, Urnenwald

Für Totenasche gibt es in Deutschland Bestattungsflächen auch außerhalb traditioneller Friedhöfe. Es handelt es sich um rechtlich festgelegte, ausgewiesene Waldflächen. Bezeichnungen für diese Flächen sind etwa: Friedwald, Ruheforst, Bestattungswald, Urnenwald. Hier ist eine Beisetzung von Totenasche möglich. Grundsätzlich gibt es hier verschiedenste Anbieter, deren Konzepte sich teils unterscheiden. Im Großen und Ganzen lässt sich zusammenfassen:

  • Die Urne ist aus speziellem, ökologisch abbaubaren Material.
  • Die Urnenbeisetzung erfolgt in einem bestimmten, ausgewählten Biotop, zumeist im Wurzelbereich eines Baumes – Laub- oder Nadelbäume stehen zur Auswahl.
  • Es werden Beisetzungsplätze in verschiedenen Formen und Kategorien angeboten, also beispielsweise Einzelplätze ebenso wie Beisetzungsplätze für mehrere Menschen, etwa als Familien-, Freundes-, Partner-, oder Gemeinschaftsbäume.
  • Die Grabstelle ist festgelegt, jedoch nicht als solche erkennbar.
  • Der Förster vor Ort führt die Beisetzung in aller Stille oder im Familienkreis durch, eine individuelle Gestaltung ist möglich (bei Bedarf ist die jeweilige Verwaltung bei der Vermittlung von Rednern oder Musikern behilflich).
  • Das Ablegen von Blumen und Ähnlichem ist nicht gestattet; eine individuelle Grabpflege ist ausgeschlossen.
Seebestattung
  • Die Beisetzung der Seeurne – eine Urne aus speziellem, schnell wasserlöslichem Material –, wird in extra dafür ausgewiesenen Seegebieten.
  • Die Durchführung erfolgt durch eine Seebestattungsreederei.
  • Die Seebestattung kann als sogenannte „stille Bestattung“ erfolgen, ohne die Anwesenheit Angehöriger; oder es ist eine sogenannte „begleitende Seebestattung“, dann wohnen ihr Angehörige und vielleicht Trauergäste bei.
  • Die Zeremonie kann gestaltet werden; so können beispielsweise Blumenschmuck, Musik, eine Trauerrede des Kapitäns, ein kleiner „Leichenschmaus“ wie eine Kaffetafel etc. bestellt werden.
  • In Deutschland am häufigsten gewählt wird eine Seebestattung auf der Nord- bzw. Ostsee und ist dort von nahezu allen deutschen Seehäfen aus möglich.
  • Auch eine Seebestattung in anderen Weltmeeren ist denkbar.
  • Die Lage der beigesetzen Urne wird für die Angehörigen in einer Seekarte dokumentiert.
  • Die meisten Reedereien bieten Gedenkfahrten an.

 

Hier können Sie sich den Ablauf einer Seebestattung ansehen.

Sonstige Alternativen

Das deutsche Bestattungsrecht erlaubt die Beisetzung des Leichnams bzw. die Verbringung der Totenasche ausschließlich auf den dafür gesetzlich bestimmten Flächen, also den Friedhöfen und ausgewiesenen Waldflächen – wobei das Bestattungsrecht Ländersache ist und einige Bundesländer hinsichtlich der Ausbringung der Totenasche Lockerungstendenzen zeigen. Im europäischen und außereuropäischen Ausland gibt es weitere Alternativen. Dabei handelt es sich genaugenommen nicht um alternative Bestattungsarten, sondern um Alternativen im Umgang mit den Ergebnissen der Feuerbestattung, also um unterschiedliche Arten der Verbringung der Totenasche und unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur. Davon gibt es viele – beispielsweise, um einige wenige zu nennen:

Naturbestattung, z.B. in den Schweizer Bergen

  • Es gibt verschiedenste Möglichkeiten der Naturbestattung. In allen Fällen wird die Asche ohne die Urne beigesetzt.
    Hierzu zählen:
    • Wiesenbestattung: Verstreuen der Asche auf einer Wiese.
    • Baumbestattung: Beisetzen der Asche am Fuße eines Baumes.
    • Felsbestattung: Beisetzen der Asche am einem Gemeinschafts- oder persönlich ausgesuchten Felsen.
    • Windbestattung: Die Asche wird über einen Steilhang in den Wind gestreut.
    • Bergbach-Bestattung: Die Asche wird in einen Bergbach gestreut und so letztlich bis hin zum Meer getragen.

Luftbestattung

  • In verschiedenen europäischen Ländern ist es möglich, aus einem Heißluftballon heraus die Totenasche über bestimmten Gebieten zu verstreuen.
  • Der genaue Ort wird mittels GPS-Koordinaten erfasst und in einer Urkunde festgehalten.

Weltraumbestattung

  • Ein Teil der Verstorbenenasche wird in einer kleinen Kapsel, die mit einer Widmung versehen werden kann, mit einer Rakete ins Weltall verbracht. In einer Umlaufbahn unseres Planeten wird die Kapsel dann der Schwerelosigkeit des Alls überlassen.
  • Der restliche Teil der Asche kann kann dann herkömmlich beigesetzt, z.B. in der Nähe des Weltraumbahnhofs (meist USA) bestattet oder zurück nach Deutschland überführt werden.

Diamantbestattung

  • Bei dieser Form der Erinnerungskultur wird die Verstorbenenasche, dank bestimmter Kohlenstoffverbindungen, zur Ausgangsbasis physikalisch-chemischer Prozesse, im Rahmen derer daraus schließlich über einen Zeitraum von Monaten tatsächlich Diamant-Kristalle – im wahrsten Wortsinn – wachsen; technisch gesehen handelt es sich hier um das Verfahren der Kristallzüchtung.
  • Mittels abschließenden entsprechenden Schliffs entsteht so ein Erinnerungsdiamant.