Totengedenken

Des Verstorbenen gedenken: sich seiner erinnern, seiner Person, der gemeinsamen Geschichte, sich seinen Tod vergegenwärtigen – all das ist ein elementarer Bestandteil der Trauer und kann bei der Trauerarbeit helfen. Mit der Bezeichnung „Totengedenken“ ist vor allem auch gemeint: Seit jeher stützen sich Menschen dabei auf ganz konkrete Dinge, etwa auf Erinnerungsobjekte, und auf Rituale und Zeremonien, Bräuche. Und seit jeher hat das Totengedenken vor allem mit weiteren Grunddimensionen menschlichen Lebens zu tun: Es braucht seine Zeit und seinen Ort.

In unserem Kulturkreis sind gebräuchliche Formen des Totengedenkens vor allem auch christlich geprägt. Da sind zu einen jene Traditionen, die die Trauernden und den Verstorbenen einbinden in die Gemeinschaft der Gläubigen: Wenn die Kirchengemeinde zum sonntäglichen Gottesdienst zusammenkommt, gedenkt sie beispielsweise des Toten und der trauernden Angehörigen im Gebet oder in Fürbitten. Und es gibt Gedenkgottesdienste – in der katholischen und in der evangelischen Kirche. Ein traditioneller Begriff dafür ist „Seelenamt“. Einen spezifischen Zeitrhythmus, u.a. mit Blick auf das erste Trauerjahr, spiegelt etwa das katholische Sechswochenamt: eine heilige Messe, die sechs Wochen nach dem Tod oder dem kirchlichen Begräbnis begangen wird zum Gedenken des Verstorbenen. Sechs Wochen, das sind 42 Tage – eine Zeitspanne, die angelehnt ist an die Dauer der Fastenzeit.

Dem generellen Totengedenken trägt das christliche Kirchenjahr durch besondere Daten Rechnung: Ein Feiertag, um der Toten zu gedenken, ist im katholischen Kirchenjahr „Allerseelen“ und in der evangelischen Kirche ist besonders der Totensonntag ein Gedenktag für die Verstorbenen: der letzte Sonntag vor dem ersten Advent, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. 

Ein großer Bereich christlich-mitteleuropäischen Brauchtums hat zu tun damit, dem Totengedenken vor allem auch einen Ort zu geben, und das ist in erster Linie zumeist der Ort, an dem die sterblichen Überreste des Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet sind, also das Grab oder der Ort der Urnenbeisetzung. Hierhin kann der Trauernde gehen, hier ist Platz für sein Gedenken an den Toten.

Ein Ort für das Totengedenken kann natürlich grundsätzlich überall sein: überall dort, wo ein Mensch sich an seine verstorbenen Lieben erinnert, ob in der Natur, auf einem Friedhof, oder etwa daheim. Gegenstände, Objekte, die eine Verbindung zum Verstorbenen herstellen, können dabei eine besondere Rolle spielen. Das können Dinge sein, die einen ganz direkten Bezug zum Verstorbenen hatten, die ihm wichtig waren: Kleidungsstücke, die er gern trug; Bücher, die er gern las. Oder vielleicht hörte der Tote eine bestimmte Musik gern, oder er rezitierte mit Vorliebe ein bestimmtes Gedicht, oder er hatte ein Lieblingsessen? All das kann herangezogen werden – etwa im Sinne einer kleinen, ganz persönlichen Zeremonie –, um des Verstorbenen zu gedenken und sich gleichzeitig sukzessiv von ihm zu verabschieden.

Auch der Zeitpunkt des Totengedenkens kann ganz individuell gewählt sein: der Geburtstag des Verstorbenen, der Jahrestag seines Todes, vielleicht auch ein ganz persönliches Datum, das den Trauernden mit dem Verstorbenen verbindet. Denkbar ist, dass dann beispielsweise im Familien- oder im Freundeskreis eine kleine Feier stattfindet zum Gedächtnis. Nicht selten sieht man auch in der Zeitung eine Anzeige, die den Verstorbenen ins Gedächtnis ruft – ein Jahr später oder zu einem anderen Zeitpunkt, der den Hinterbliebenen bedeutsam scheint.

In unserer zunehmend auch digitalen Welt wird außerdem auch das Totengedenken digital: Gedenkseiten, Trauerseiten... viele große Tageszeitungen bieten außerdem im Zusammenhang mit einer klassischen Traueranzeige mittlerweile auch Zugang zu einem Trauerportal, eine individuelle digitale Trauerseite o.Ä. an. Hier können Hinterbliebene ihrer Trauer und ihres Gedenkens Ausdruck verleihen: virtuelle Kerzen anzünden, Erinnerungen austauschen und Ähnliches.

Abschließend seien nun noch einige ausdrückliche Totengedenk-Riten und Möglichkeiten genannt, zu denen Sie uns als Bestatter gerne kontaktieren können.

Fingerabdruck: Es besteht die Möglichkeit, vom Verstorben vor der Beisetzung einen Fingerabdruck abzunehmen. Dieser kann dann in ein Schmuckstück eingearbeitet werden; hierfür gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, als Kettenanhänger, Ohrring o.Ä.

Totenmaske: Mit Hilfe von Silikon oder Gips kann vom Verstorbenen ein Abdruck des Gesichts oder z.B. der Hände abgenommen werden. Mittels dieses Abdruckes kann so eine eindrucksvolle Totenmaske erstellt werden.

Gedenklichter zur Urne: Bei manchen Urnenmodellen gibt es die Möglichkeit, passend ein Gedenkteelicht zu erhalten, das Sie als Andenken mit nach Hause nehmen können.